Gedichte

 

Narrenzeit

 

Lautes Lachen,

Eines Narren,

Sollte Wachen,

Sorgen machen.

Entfremdung

 

Sieht man doch zuweilen,

Hier und dort reißt ein Band,

Erdenkinder eilen,

Sie lösen Mutter´s Hand.

 

Der Neugeist wird teilen,

Was als Einheit entstand,

Einsicht sollte heilen,

Was Fehler längst entsand.

Candide

 

„Es ist die beste aller möglichen Welten“,
Dieses nun Magister Pangloss Weisheit lehrte,
Der herzensgute Candide ließ das gelten,
Bis erlebtes erste Zweifel stetig nährte,
Das Weltgeschehen begann ihn zu erhellen,
„Allein müssen wir unsern Garten bestellen “.

Der Mensch
oder
Der Optimismus

 

„Krönung der Schöpfung“ und „Gottes Ebenbild“,
Der Mensch weiss sich allem überlegen,
Denkt sein Wesen klug und von Grund auf mild,
Selbstvertrauen trifft höchsten Segen.

 

Seine klare Weitsicht lässt erblühen,
Flora, Fauna und das Zukunftsglück,
Die „Krönung“ schafft Wunder durch Bemühen,
Das Paradies gedeiht Stück für Stück.

 

(Satire, frei nach Voltaire)

Yin - Yang

 

Hier und Dort und doch Überall,
Ist Werden und auch Vergehen,
Ist Erblühen und Zerfall,
Ist ein Kreislauf vorwärts drehen.

Frau Heide

 

Ich freute mich sie zu sehen,
Frau Heide aus meinen Kindertagen,
Begann nun schneller zu gehen,
Um ihr wieder neu Hallo zu sagen.

 

Und da raubte sie den Atem mir,
Duftend ihr grünes, wildes Sommerkleid,
Sonne schien auf summende Zier,
Der Himmel schmeichelte ihr weit und breit.

 

Ein frisches Bild entstand jetzt hier,
Für dieses Treffen war ich längst bereit,
Mein Herz und Seele dankten ihr,
Wusste es ist Begegnung nur auf Zeit.

 

Hand in Hand

 

Deine kleine Hand führend festzuhalten,
War mir Freude und ja, auch ein Sinn zugleich,
Musste dafür mein Leben neu gestalten,
Es wurde farben- und manchmal sorgenreich.

 

Nun löst sich deine junge Hand aus meiner,
Beginnst die Wege tastend selbst zu gehen,
Der Abstand wird größer, die Hilfe kleiner,
Aber im Hintergrund werde ich noch stehen.

TV

 

Ich schalte die Nachrichten ein,
Mir wird es furchtbar heiß ums Herz,
Was ist da los? Wie kann das sein?
Warum schreien Kinder vor Schmerz?

 

Wie in vergangenen Tagen,
Dieses endlos, blutige Spiel,
Freund, Feind sind nur Standpunkt Fragen,
Gehen vorwärts mit altem Ziel.

 

Herbstgedanken

 

…und Blatt für Blatt färbt sich das Haupt,
die Zeit verwandelt, gibt und raubt,
Pracht läutet letzte Stunden ein,
das Ende wird stets Anfang sein...

Berlin

 

Es waren lehrreiche, schöne Tage,
Sah sehr viel interessantes, keine Frage,
Ergötzte mich an Großstadt und Kultur,
Durchstreifte das Umland, die reizvolle Natur.

 

Bestaunte Meisterwerke, groß und klein,
Genoss Ideen auf Leinwand und geformten Stein,
Zog durch alte, auch moderne Gassen,
Und fand den Weg, Berlin in mein Herz zu lassen.

Demokratie

 

Auch die Freiheit in unserem Leben,
Hatte leider einen hohen Preis,
Sehr viele mussten ihr Blut hergeben,
In dem dunklen Nazi-Stasi-Kreis.

 

Zu Recht helfen wir dem vorwärts Streben,
Vergessen nicht, führen den Beweis,
Das Menschen sich gegenseitig heben,
Inmitten des neuen Kriegsgeschreis.

Kunsthalle Bremen

 

Schlendernd fern all der bekannten Namen,
Fing ein kleines Bild mich ganz schnell ein,
Aus einem liebenden Geiste kamen,
Feinfühlige Fantastereien.

 

Eine Verehrung übernahm die Führung,
Traumhaft platzierte sich Strich für Strich,
Es sprachen feinste Zartheit und Rührung,
Und ja, dieses Werk fesselte mich.

Artensterben
(Flora, Fauna, Völker)

 

Des Nachts, wenn alles schläft und ruht,
Wandeln die Seelen still umher,
Sie flüstern, fern von Bös und Gut,:
„Bitte vergesst uns nimmer mehr.“

"In Reih und Glied" - Ölbild - 70 x 50 cm (2021)

 

In Reih und Glied

 

Ich allein bin der große Hüter,
Überlasst mir nur alles blind,
Ich sorge für das Wohl durch Güter,
Meinem Weltbild werdet Kind.

Ich unterdrücke die Gemüter,
Augen wachen gutgesinnt,
Vertraut nur mir Maschinen-Brüter,
Euren Ego übergebt dem Wind.

Selfies aus dem All

 

Pegel steigen, letzter Wald verbrennt,
Plastikströme kreisen still latent,
Mensch schlägt Mensch den klugen Kopfe ein,
Flucht um Flucht im schönsten Sonnenschein.

Dank Weitblick großer „Visionäre“,
Durchschneiden wir die Atmosphäre,
Verträumt ist man an den Sternen dran,
Und sieht sich das Elend schön von oben an.

Aus der Ferne

 

Draußen rinnt der Regen über das Dach,
Müde liege ich im Grau allein,
Stetes Tropfen hält mich träumend wach,
Der Herzschlag und Takt stimmen überein.

 

Stille Landschaften ziehen vorüber,
Ein vertrautes Gesicht sieht mich an,
Vergangenes erblüht über und über,
Rote Lippen kommen dicht heran.

 

Flüsternd höre ich meinen Namen,
Lächelnde Augen blicken mich an,
Ein reizend Bildnis ohne Rahmen,
Grüßt mich im schönsten Farbenklang.

Sturm

 

Vibrationen durchziehen die scheinbare Stille,

Schleichend gebiert ein erneuernder Wille,

Gestaute Kräfte pulsieren und steigen,

Es tanzt der Anfang und das Ende einen Reigen.

 

Unentwegt bildet der Drang einen machtvollen Schwung,

Heilig das Prinzip einer Selbstreinigung,

Stetig lauter ist ein Brausen zu hören,

Schlussendlich vermag der Sturm heilend zu zerstören.

Herbst

 

Verfärbte Blätter leise fallen,
Die letzte Pracht vor dem Verzicht,
Vogelrufe südlich verhallen,
Nebelschwaden im Morgenlicht.

 

Erdenduft durchdringt stille Wälder,
Perlenglanz in den Spinnweben,
Alles kehrt in sich, es wird kälter,
Zeit sich dem Schlaf hinzugeben.

Gebet auf Regen

 

Heiß die Sonne brennt,
Wilder Wind tut weh,
Neuer dürrer Trend,
Staub im Geistersee.

 

Flora leise fleht,
 Fern das Blüten blüh`n,
Keine Wolke steht,
Alles scheint zu glüh`n.

Lhasa de Sela - Schwarzkreide 40 x 30cm (2019/20)

 

Lhasa de Sela

 (* 27. September 1972; † 1. Januar 2010)

 

Wandernder, zarter Schmetterling,
Sanft flogst du auf und nieder.
Sangst bis die Sonne unterging,
Die traurig-schönsten Lieder,
Und in der späten, nächtlichen Ruh,
Hauchtest du mir deinen Namen zu.

Reflexion

 

Den Boxen entströmen Lieder,
Frühester Jugend dunkler Klang,
Und wie damals, immer wieder,
Versteh ich den ernsten Gesang.

 

Auch ich lief durch kalte Straßen,
Die alten Grauen, spürbar leer,
Wo Leute Hoffnung besaßen,
Aber Zukunftsängste noch viel mehr.

 

Sah die Firmen leise sterben,
Und Tränen in Vater´s Gesicht,
Menschen wandern, für sich werben,
Glück suchen und die Zuversicht.

Snne

 

Wahres Wunder, unermessliches ahnen,

Befreite Wesen, selige Wonne,
Nichts und auch des niemandem Untertanen,
Als eben nur der regierenden Sonne.

Das Spiel von heute

Der Wahnsinn, er bittet zur nächsten Runde,
Und es fühlt sich falsch an, Stunde um Stunde,
Kalt wie leer, Gesichter kommen und gehen,
Verstaubtes Denken, Uhrenzeiger stehen,
Viel reden, Echos können nichts Neues sagen,
Blutiger Himmel, wie in alten Tagen,
Traurig aber real, leider kein böser Scherz,
Zahlen und kalte Logik, aus Stein das Herz,
Ist so ermüdend, jeder jagt nach Beute,
Menschlein spielt, das Spiel von gestern und heute.

Die Anzeige

 

Fassungslos erfuhren wir von deinem stillen
Gehen,
Und brauchten etwas Zeit um dies wirklich zu
verstehen,
Unvergessen die Gespräche über das
Kunstgeschehen,
Die wir fortführen werden, wenn wir uns
wiedersehen.

Sternenreiter
(Drei chinesische Klassiker)

 

Ernst, verrückt, und heiter,
Sind erste Sprossen einer Leiter
Gen Himmel, und weiter,
Hört das Lachen der Sternenreiter.

Hamburger Kunsthalle

 

Nah der Alster trotzig steht,

Ein großes, altes Haus,

Um dieses sich lärmend dreht,

Der Mensch, sich selbst voraus.

 

Wie die Muschel schützend birgt,

Tief innen ihren Schatz,

Bewahrt dieses Haus und wirkt,

Als Spiegel Sammelplatz.

 

Zu Böcklin´s Meisterwerken
(Auswahl)

 

Mehr als Bilder für die nackte Wand,
Schuf Herr Böcklin aus dem Alpenland.
Der Maler einen alten Schlüssel fand,
Mit dem er Wissen auf Leinwand band.

 

Heiter, gelassen, müßig schweifend,
Natur im Selbstgespräch, wie Herz ergreifend,
Sieh den FAUN, EINER AMSEL ZUPFEIFEND.
(1863, 1865)
Testosteron Gerangel im Wolkendampf,
Ein ewig zäh geführter Dauerkrampf,
Bildhaft im KENTAURENKAMPF.
(1873, 1878)
Mit Sehnsucht schweift sein Blick ins Weite,    
Das Weib liegt lustvoll-allein an seiner Seite,
So vereint sind TRITON UND NEREIDE.
(1874, 1875)
Weder laute Totenklage, noch leises Gewinsel,
Nur entrückte Stille, …... aus dunklem Pinsel,
Die Erfahrung malte DIE TOTENINSEL.
(1880, 1883, 1884, 1886)
Im Wäldchen, zwischen alten Bäumen ein Stein,
Da wird verehrt, gedacht, geopfert im Feuerschein,
Vieler Völker besonderer Ort, DER HEILIGE HAIN.
(1882, 1886)
Beim Wahnsinns Ritt ins Menschennest,
Erschreckt der Tod mit einem Leidensfest,
Seine Freuden heißen: DER KRIEG, DIE PEST.
(1896,1898)

 

„Ein Freund von mir, Maler von seltener Begabung und intelligenter Mann, sagte mir neulich, dass er in Böcklin zu viel Wagnerismus vorfinde.
Damit ist das Missverständnis komplett. Ein Missverständnis, ihn als verfehlten Meister zu betrachten, weil er eine außergewöhnliche Fertigkeit besaß, allmählich entstanden und entwickelt auf dem Grund eines vertieften Studiums sowohl der Natur wie auch der alten Malerei – ein Studium, betrieben mit Methode und der Geduld des Philosophen, mit Liebe und dem Scharfblick des Dichters. Im Gegensatz zur gesamten modernen Malerei, die auf der Spontaneität beruht und Methode sowie handwerkliches Können vernachlässigt, ist die Malerei Böcklins das Ergebnis ständigen Ausfeilens.“

Giorgio de Chirico – aus „Arnold Böcklin“ (1920)

Bittere Ironie

 

Gespaltetes Atom und des Mondes Kruste,
Der Mensch, der vieles lernte, doch nichts wusste,
Formt Tier, Pflanzen, wie er`s vermag,
Gestaltet die Welt, Tag um Tag.

Und neben dem Gewinn- und „Fortschritts“-wahn,
Arbeitet die Natur am Abrissplan.

֍

 

Unendlich kreisen die Winde,

Verloren jedes haltlose Ding,

Im Zentrum sieht nur der Blinde,

Wunder Chaos am äußeren Ring.

Köln

 

Azur gerahmter Empfang am Rhein,
In einer jung gebliebenen Stadt,
Gebaut auf alten Römerstein.

 

Ein Ort der Großes zu zeigen hat,
Wie manch Kunstwerk im Farbenspiel,
Oder Meißel geformtes Blütenblatt.

 

Und wie im kreativen Stil,
Ging es auch auf Markt und Gassen drein,
Alles folgte dem Drang und Ziel.

Wenn Engel fallen

 

Schwer wird einem ums Herz,
Wenn Engel plötzlich haltlos fallen,
Tränen rinnen im Schmerz,
Sobald ihre Stimmen verhallen.

Das Gastmahl

 

Mein Tisch ist reich gedeckt,
Leider bleiben mir die Gäste aus,
Hat man sich nur versteckt,
Oder kommen sie bloß später zum Haus?

 

Kein Gesumm, kein Gebrumm,
Von den Besuchern nichts zu sehen,
Ängste schwirren herum,
Ist ihnen was ernstes geschehen?

 

Mein Seelenbild

 

Da nahm ich ein klein Büchlein,
Gedankenlos in die Hand,
Und fand jäh das Wesen Mein,
In Versen geschrieben stand.

 

Wie mir schon oft geschehen,
So auch sein „Bekenntnis“ hier,
Des Dichters Zeilen stehen,
Wie mein Seelenbild vor mir.

WER

 

Wer erkennt das Wunderbare,
Die innen-außen-gleiche Kunde?
Wer vernimmt das All, das klare,
 In seinem Ich zu jeder Stunde?

 

Wer bringt im Leben zeitig früh,
Die Verschmelzung der Pole fertig?
Wer lebt die schwerelose Müh,
Die verborgen allgegenwärtig?

 

Doch wer nur vermag verstehen,
Was diese Zeilen sagen, sehen?

Tashunke Witko (Crazy Horse)
gezeichnet nach überlieferten Angaben der Edward Clown Familie
Sepia - 40 x 30cm (2018)

 

Tȟatȟáŋka Íyotake

(Sitting Bull)

Sepia - 40 x 30cm

(2018)

 

Hinmaton-Yalatkit

(Chief Joseph)

Sepia - 40 x 30cm

(2018)

 

 

 

Bury My Heart at Wounded Knee


(Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses)

Dies nun ist ein amerikanisches Buch,
Was doch sehr berührt und mehr schockiert,
Wahrheiten heben ein verbergend Tuch,
In dem es aufklärt und demaskiert,
Berichtet vom indigenen Völkerschmerz,
Dem Heimatkampf, von großen Mut und viel Herz.

 


Black Hills

 

Hoch über dem mythischen Ursprungsort,
Der vergessenen Völker alten Welt,
Unter neuerer Zeiten groß Himmelszelt,
Schwebt ferner ein gebrochenes Wort.

Dort wo die Habsucht gar viel entweiht,
In den missbrauchten schwarzgrünen Bergen,
Wo Schändung thront in boshaften Werken,
Sitzt ihr großer Geist der Kraft entleiht.

 

Black Hills Sepia - 40 x 60cm

Sakraler Bau

 

Staubkorn groß, ist mein sakraler Bau,
Baumeister weder Mann, noch eine Frau,
Innen brennt Feuer, außen liegt Tau,
Moosgrün der Boden, die Decke ist blau.

 

Lichtdurchflutet, Fenster keine zwei,
Lebende Säulen, aus Kronen Geschrei,
Gäste staunen, kommen kurz vorbei,
Wandelgang ohne Wände, Alles Frei.

Herbsttage

 

Wo im Sommer die schönste Blüte war,

Folgt dieser Tage der glatte Schnitt,

An gestutzten Blumen und Gräserhaar,

Schwingt nun spürbar sanft die Wehmut mit.

 

Zu schnell vergangen ist das Gartenjahr,

Es wird kalt und dunkel, Schritt um Schritt,

Doch das kommende Frühjahr zeigt uns klar,

Neues sprießt, wo Altes zurücktritt.

Gestern Abend

 

Verkroch mich in mein Schneckenhaus,
Und ließ das Welttheater, Theater sein,
Hörte und sah nicht mehr hinaus,
Wollte nur noch Ruh, ich war allein.

 

Ich tat Musik und Kerzen an,
Verdunkelte den restlichen Raum,
Der Wein, der durch die Kehle rann,
Verstärkte Lieder, ich war im Traum.

 

In Fängen der Melodien,
Und der Töne süßen, schweren Klang,
Hielt mich Frau Melancholien,
In den Armen, schöne Stunden lang.

Der Traum des Stieglitz - Ölbild - 70 x 100 cm (2017)

 

Der Stieglitz

 

Heute Morgen,
Beim unbekümmerten spazieren gehen,
Flog ein kleiner, bunter Vogel nah zu mir.
Mit einer Klage, ich versuchte zu verstehen,
Sang er mahnend vom Jetzt und Hier.

Wenig müde tönte er: „stiglit, stiglit, stiglit“,
Es klang nach: „Landschaft, Garten, alles hier,
Ist künstlich und totgepflegt, igit, igit, igit“.

Erschrocken sah ich mich nun ringsumher,
Fürwahr, der kleine Kerl hatte da wohl recht.
Kein blühend Wildkraut, alte Obstwiesen Rasen leer,
Ja, für einen Distel Freund war die Zeit sehr schlecht.

Dichterischer Gedanken-Gang

 

Im alten China gab es einen Brauch,

Der hatte Stil, ich versuche es auch.

 

Gedanken kleiden in ein gereimtes Gewand,

Wie man sie am „Kalten Berg“ auf Felsen fand.

 

Selbst auf nackter Hauswand standen Zeichen, Worte,

Der verrückte Hanshan beschrieb viele Orte.

 

Dienen werden mir die modernen Seiten,

Natürlich wohl wissend, nichts wird ewig bleiben.

 

So beginne ich ein neues Gedicht,

Was noch schlummert, kommt jetzt langsam ans Licht.

Also sprach das Schaf - Ölbild - 50 x 65 cm (2016)

 

Also sprach das Schaf
(Lehrgedicht)
 
Sieh dir doch mal unseren Schäfer an,
 Wie er behüten und versorgen kann,
Allen geht es gut, wir sind recht gesund,
Unser Bauch ist voll und die Weide bunt.

 

Sieh doch seine Art die Herde führen,
Leicht lässt er uns Glück und Freude spüren,
Jeder kann sich entfalten, niemand friert,
Alle haben genug und keiner giert.

 

Sieh unserem Schäfer zu und lerne,
Mach es wie er und dir folgt man gerne,
Unsere Nachbarschaft, die schätzt ihn sehr,
Er besitzt Weisheit und Herz noch viel mehr.

Die Schlangengrube

 

Wahrlich, zuweilen kommt es mir doch so vor,

Als lebte ich in einer Grube voller Schlangen.

 

Dann schaue ich suchend zum Himmel empor,

Und versuch auf des Phönix Rücken zu gelangen.

Norddeutsche Volkstanzgruppe

-

Kohle, Rötel, Bleistift - 21 x 30 cm

(2015)

 

Orientalische Folkloretanzgruppe

(Dabke-Tanz)

Kohle, Rötel, Bleistift - 21 x 30 cm

(2016)

 

Südamerikanische Tanzgruppe (Samba-Tanz)

Kohle, Rötel, Bleistift - 21 x 30 cm

(2016)

 

 

Lasst uns tanzen
(oder: Kleine Utopie)

 

Das Leben führen des Tanzes gleich,
Wäre höchste Freude, gar edles Ziel,
Leicht bewegen auf dem Erdenreich,
Rhythmisch schwingen, gemeinsam lachen viel.

 

Der Lebenstanz je nach Art gewählt,
Birgt Daseinskraft und hält den Geist recht jung,
Allein, zusammen, glücklich sein zählt,
Lasst uns tanzen, mit Kinderherzen Schwung.

Samsara - Ölbild - 50 x 100 cm (2015)

 

Weltgedanken

 

Des Menschens zerstörerische Energie,
verwandelt Garden Edens Pracht,
in eine graue, karge Monotonie.

Aber der Mutter Erde größter Schatz,
ist bunt und lässt sich (be)nennen in einem Satz!

 

- Die Lebensvielfalt in ihrer natürlichen Harmonie,
ist das wahre Wunder, ist himmlische Sinfonie. -

 

Erkennen und Bewahren, der geschenkten Melodien,
mit allumfassender Liebe und dankend,
das ist der Sinn der Religionen und Philosophien.

Das Welttheater, die Komödie

-

Ölbild - 65 x 50 cm

(2015)

 

Das Welttheater, die Tragödie

-

Ölbild - 50 x 65 cm

(2015)

 

 

Das Welttheater

 

Kreisend, vom Mond bekleidend, zieht das bunte Treiben stets umher,
Ein ewig wandern, niemals rastend, im unendlich schwarzen Meer.
Ein Wunderlicht, hell erleuchtend, gibt nur eine halbe Bühne frei,
Unzählige Akteure, Stücke spielend, kommen für Augenblicke herbei.
Gelebte Rollen, Natur oder Schicksal folgend, werden bestens dargebracht,
Akt für Akt, unaufhörlich handelnd, von Liebe, Tod, Gier und Macht.

Und so wandert das Theater,
bis in alle Tage, immer weiter, immer fort,
… aber wer weiß ...
vielleicht fällt doch der Vorhang eines Tages,
und gesucht wird ein neuer Schauspielort.

Irgendwo im Nirgendwo - Ölbild 50 x 60 cm (2015/23)

 

Amphibolische Zeilen

 

Mystischer Ruf, Jahr um Jahr,
suche ich dich,
Gut verborgen, hier und dort,
das fühle ich,
Scheues Wesen, dann und wann,
begrüßt man sich,
Schwarz-weiße Schönheit, mal um mal,
besuchst du mich.


Unantastbar in dir und jedem Ding,
Gut verborgen im vergänglichem Ring,
Da liegt weit und offen im stillen Chor,
Der wahre Frieden, das geheime Tor.

Also sprach die Libelle

-

Bleistift, Kohle, Buntstift - 30 x 40 cm

(2023)

 

 

Also sprach die Libelle:

Schön,
das wir in der Ferne nach Neuem suchen,
benennen und vermessen.

Nur,
darf man das sehr Nahe nicht ignorieren,
verdrängen und vergessen.

 

Also sprach der Schmetterling

-

Bleistift, Buntstift - 18 x 32 cm

(2014)

 

 

Also sprach der Schmetterling:

Wenn du spielst, den großen Krieger,
und dich fühlst, als mächtiger Tiger,
dann denk daran:
auf Gewalt folgt immer Neue wieder,
und in diesem Kreis ist niemand Sieger.

 

Magst du das auch?

 

Magst du das auch…
wenn der Wind sanft die Gräser wiegt,
und der Sommer über die Kälte siegt,
wenn die Vögel dir ein Liedchen senden,
und die warmen Tage niemals enden,
wenn die Wellen am Strande leise rauschen,
und die Sonne am Abend ihre Farbe wird tauschen,
wenn die Wolken leise am Himmel zieh`n,
und die Kinder vor rufenden Müttern flieh`n,
wenn die Blumen ihren Duft versprühen,
und ihre bunten Farben in der Sonne glühen,
wenn der laue Sommerregen fällt und kühlt,
und er den Staub von den Blättern spült,
wenn  der Wein im Blut zu rauschen beginnt,
und gurgelnd das Bächlein im Feld verrinnt,
wenn am Himmel einsam ein Vogel seine Runden dreht,
und auf Erden nach etwas Essbaren spät,
wenn die Frauen in bunten Kleidern tanzend spazieren,
und  die Männer nach ihren Blicken sehnsuchtsvoll gieren,
wenn die Kinder eisverschmiert lachen,
und die Menschen vergessen, ihre tausend„ wichtigen“ Sachen,
wenn das Leben leicht ist, wie in Asiens alten Brauch,
und so frag ich dich nochmals, magst du das auch?

H. Hesse Gedicht

" Bücher "

Bleistift - 30 x 40 cm

(2013/23)

 

H. Hesse Gedicht

" Im Nebel "

Bleistift, Kohle - 30 x 40 cm

(2013)

 

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