Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.

Albert Einstein *1879 †1955

Hin und wieder ein paar Zeilen,

Kein Roman und nur Verse klein.

Denn dichtend am Reime feilen,

Ist mir Lust und Teil meines Seins.

Ein Blick hinüber

 

Im gläsernen Käfig Wesen kalter Zahlen,

Ein Grübeln im Abseits still vor sich hin.:

Wie nutze ich der Menschen täglicher Qualen?

Wie mache ich maximalen Gewinn?“

Und stört alsbald der Pöbel nun die Denkers-Ruh,

Schmeißt man ihm die kleinsten Häppchen zu.

 

Oktober, 2021

Selfies aus dem All

 

Pegel steigen, letzter Wald verbrennt,

Plastikströme kreisen still latent,

Mensch schlägt Mensch den klugen Kopfe ein,

Flucht um Flucht im schönsten Sonnenschein.

 

Dank Weitblick großer „Visionäre“,

Durchschneiden wir die Atmosphäre,

Verträumt ist man an den Sternen dran,

Und sieht sich das Elend schön von oben an.

 

Juli, 2021

Wolf im Schafspelz

 

Laber, Laber und Gelobe,

In Kutte, Uniform oder Robe,

Im Gewand und auch feinstem Zwirn,

Steckt so manches kranke Gehirn.

 

Oh, was müssen Menschen leiden,

Wenn Verbrecher sich verkleiden.

 

April, 2021

Lachkrampf

 

Der Geheimdienst prachtvoll erblüht,

Auf dem Thron ein armer Tropf,

Das Volk, was sich redlich abmüht,

Aber weiß: „Der Fisch stinkt vom Kopf.“

 

Die Menschen mit leeren Magen,

Hosentaschen voller Sand,

Doch Raketen auf dem Wagen,

Uniformen im ganzen Land.

 

Alte Leiden und neue Narren,

Wandern um den Erdenkreis,

Die Weisheit im ewigen Lachen,

Der Mensch ist ein Naseweis.

 

1. April 2021

III

 

Gegen ein unterdrückendes Übel,

Gehen drei Finger in die Luft,

Ein jung-demokratischer Flügel,

Kämpft um den frischen Morgen-Duft.

 

Myanmar, Thailand

Februar 2021

В эти дни

 

Auf den Straßen hoffnungsvoll sprangen

junge Menschen, die lauthals sangen:

 

Brenn, Brenn, Brenn,

Diebesgut brenn,

Renn, Renn, Renn,

Dieb, Mörder renn.

 

Durch nächtliche Ruh drang heller Schein

und ein Schrei, des Neuanfanges Keim.

 

Auch diese Tage gelten wieder als Basis,

Für ein vorwärts gerichtetes Geschehen,

Auch diese Tage sind wieder einmal Wagnis,

Aber aus Traum und Mut kann Großes entstehen.

 

Moskau, Februar 2021

Wohl dem, der doch überflüssigen Plunder nicht braucht,

Und dessen Wesen Weisheit und Güte aushaucht.

Aus der Ferne

 

Draußen rinnt der Regen über das Dach,

Müde liege ich im Grau allein,

Stetes Tropfen hält mich träumend wach,

Der Herzschlag und Takt stimmen überein.

 

Stille Landschaften ziehen vorüber,

Ein vertrautes Gesicht sieht mich an,

Vergangenes erblüht über und über,

Rote Lippen kommen dicht heran.

 

Flüsternd höre ich meinen Namen,

Lächelnde Augen blicken mich an,

Ein reizend Bildnis ohne Rahmen,

Grüßt mich im schönsten Farbenklang.

 

Februar 2021

Wandel

 

Neue Illusionen ranken,

Alte Formen schwanken,

Ältere Kreisläufe wanken,

Fiktive Götter zanken,

Chaos ohne Schranken,

Wem ist das nur zu verdanken?

 

Januar 2021

 

Die Welt ist nun mal wie sie ist,

Weil auch du ihr Gestalter bist.

Sturm

 

Vibrationen durchziehen die scheinbare Stille,

Schleichend gebiert ein erneuernder Wille,

Gestaute Kräfte pulsieren und steigen,

Es tanzt der Anfang und das Ende einen Reigen.

 

Unentwegt bildet der Drang einen machtvollen Schwung,

Heilig das Prinzip einer Selbstreinigung,

Stetig lauter ist ein Brausen zu hören,

Schlussendlich vermag der Sturm heilend zu zerstören.

 

Dezember 2020

ZU VIEL ABER NIE GENUG

oder

(Mani)Fest der (Eigen)Liebe

 

Was mich die dumme Moral doch wenig schert,

Allein das Geld ist mein Gott und höchster Wert,

Durch List und Lüge habe ich es vermehrt,

Seht meinen Reichtum; Was ist daran verkehrt?

Nur der Besitz Größe formt und wirklich lehrt,

Unter meines Gleichen bin ich sehr geehrt,

Und was noch fehlt, mein bedürftig Ego begehrt,

Hohl ich mit Druck und dem Paragraphen-Schwert.

 

Dezember 2020

 

Perversion hat viele Gesichter,

Und die Zeit ist der höchste Richter.

November 2020

 

Engel, Teufel, Verlierer, Helden,

Durchwandern jede Generation,

Mit ihrem Wirken, Führen, Melden,

Erwerben sie Achtung oder doch bloß Hohn.

 

November 2020

 

In der Weltchronik der Menschheit gibt es ja ganze Jahrhunderte, die man wohl am liebsten tilgen und als überflüssig ausstreichen würde. Viele Irrtümer hat es in der Welt gegeben, die heute wohl kein Kind mehr begehen würde. Was für krumme, abgelegene, enge, unwegsame, weit ins Abseits führende Wege die Menschheit in ihrem Bestreben nach der ewigen Wahrheit eingeschlagen hat, wo der direkte Weg doch offen vor ihr lag, wie der Weg zu jenem herrlichen Tempel, der dem Zaren zum Krönungspalast bestimmt ist! Breiter und prächtiger als alle anderen Wege ist er, von der Sonne beschienen und die ganze Nacht hindurch von Feuern erleuchtet; die Menschen aber sind in öder Finsternis daran vorbei geirrt. Wie oft sind sie wieder vom Wege abgekommen und am helllichten Tage in die unwegsame Einöde geraten, wo ihnen vom Himmel doch schon der Sinn gewiesen war, haben einander wieder dichten Nebel in die Augen geblasen, sind den Irrlichtern im Sumpf nachgelaufen, haben sich bis zum Abgrund geschleppt, um einander schließlich voller Grauen zu fragen: wie komme ich heraus, wo ist der Weg? Die heutige Generation sieht alles klar vor sich, sie staunt über die Irrtümer und lacht über den Unverstand ihrer Vorfahren, aber sie sieht nicht, dass diese Chronik mit himmlischer Flamme geschrieben ist und dass jeder einzelne Buchstabe in ihr schreit, sieht nicht, dass von überallher ein mahnender Finger auf sie gerichtet ist, auf sie, die heutige Generation; doch sie lacht, die heutige Generation, und zettelt selbstherrlich und hochmütig viele neue Irrtümer an, über die dann die Nachkommen ebenfalls lachen werden.“

 

Nikolai Gogol – „Tote Seelen“ (1842)

Dumm

 

Bitte nimm es mir nicht krumm,

Aber ich glaub der Mensch ist dumm,

Und fragst du mich nun: Warum?

Sag ich: Schau dich doch nur um!

 

Oktober 2020

Herbst

 

Verfärbte Blätter leise fallen,

Die letzte Pracht vor dem Verzicht,

Vogelrufe südlich verhallen,

Nebelschwaden im Morgenlicht.

 

Erdenduft durchdringt stille Wälder,

Perlenglanz in den Spinnweben,

Alles kehrt in sich, es wird kälter,

Zeit sich dem Schlaf hinzugeben.

 

Oktober 2020

Weiß-Rot-Weiß

 

In schwerer Weste zur späten Stunde,

Lebte ein Herrchen von hohem Rang,

Sein golden Heim erschreckte die Kunde,

Das Volk habe einen Lebensdrang.

 

Er schickte die uniformierten Hunde,

Die jagten treu die Straßen entlang,

Und es vertiefte sich eine Wunde,

Die nur seiner Verblendung entsprang.

 

September 2020

 

Für die Belarussen

 

Entschlossen fordern sie

Veränderung,

Schluss mit Willkür und geraubtem Privileg,

Die Hoffnung gibt den kämpferischen Schwung,

Das Volk verlangt einen neuen Zukunftsweg.

 

Kleine Gift-Zwerge, Lügen-Barone,

Bekannte Figuren schon aus frühster Zeit,

Wurden oft verjagt, vom Hof und Throne,

Das wütende Volk hatte sich selbst befreit.

 

August 2020

Rote Krake

 

Der gefräßigen, roten Krake,

Schlage Augen und Arme nur entzwei,

Denn umschlingend zieht diese Plage,

Dich ins Dunkel, niemand hört deinen Schrei.

 

Mai 2020

 

(Überlege was du in den Warenkorb schmeißt,

Wer dein Geld bekommt, wem du hilfst, was du preist.)

 

https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/das-sind-die-china-cables-e185468/

Gebet auf Regen

 

Heiß die Sonne brennt,

Wilder Wind tut weh,

Neuer dürrer Trend,

Staub im Geistersee.

 

Flora leise fleht,

Fern das Blüten blüh`n,

Keine Wolke steht,

Alles scheint zu glüh`n.

 

April 2020

 

 Made in China

(Stigma)

 

Lächelnd fleißig, preiswert und sehr leise,

Unternimmt der Tod eine weltweite Reise,

Nicht süß und mehr saurer Art und Weise,

Besucht er die Menschen im sorglosem Kreise.

 

März 2020

 

https://www.youtube.com/watch?v=MRCt9MHdVlk

Eine Dichtung, wahrhaftig und klein,

So oder ähnlich, soll sie nicht selten sein.

 

Donnerstag

 

Das Wochenende naht und oh nein,

Bin ich wieder mit meinem Mann allein.“

 

Mit Donnerschlag fiel der Frau dies ein,

Wie sind mir doch freie Tage kraus und Pein.“

 

Aber längst erprobt, schnell, redselig fein,

Zauberte sie Gäste ins Heim hinein.

 

Man spielte Frohsinn, genoss den Wein,

Lobte Leben und wahrte heilig Schein.

 

Freunde“, Alltag, mussten Rettung sein,

Für das Sonderbare, allein zu zwei´n.

 

Februar 2020

Januar 2020

Also sprach Mutter Erde

 

Viele von dir habe ich ernährt und getragen,

Vieles gegeben ohne nach dem Dank zu fragen.

Selbstverständlichkeit ist ein Übel der neuen Zeit,

Darum werde ich etwas ändern, mach dich bereit.

 

Klein Menschlein, wisse, deine Tage sind nun gezählt,

Gelebte Gleichgültigkeit sagt mir, du hast gewählt.

Ich allein hab´ Macht zu gestalten, auszutauschen,

So leb mit Feuer, Fluten, die durch Orte rauschen.

 

Winde werd` ich über deinen Kopfe schmerzlich jagen,

Küsten sowie Berge, zu Schlamm und Staub abtragen.

Schutzlos werden Strahlen alles brennen und blenden,

Zahlreich werde ich dir tödliche Gaben senden.

 

Dein „No Future“ erhält wahrhafte Dimensionen,

Meine Boten werden dich finden und nicht schonen.

Deine Kriege werden nur traurige Spiele sein,

Zukünftiges Leben aller, wird zu Qual und Pein.

 

Schall und Rauch werden deine Werte und Weisheiten,

Auf vielen Wegen siehst du mich nun zu dir reiten,

Kinder und Kindeskinder sollst du schreien hören,

Meiner Reinigung wird nichts aufhalten noch stören.

 

Dezember 2019

Reflexion

 

Den Boxen entströmen Lieder,

Frühester Jugend dunkler Klang,

Und wie damals, immer wieder,

Versteh ich den ernsten Gesang.

 

Auch ich lief durch kalte Straßen,

Die alten Grauen, spürbar leer,

Wo Leute Hoffnung besaßen,

Aber Zukunftsängste noch viel mehr.

 

Sah die Firmen leise sterben,

Und Tränen in Vater´s Gesicht,

Menschen wandern, für sich werben,

Glück suchen und die Zuversicht.

 

Dezember 2019

FREIHEIT

 

Wer einmal lieblich Süßes gekostet

hat,

Wird niemals unter Zwang darauf verzichten.

Saurer Einheitsbrei macht nur unter Ekel satt,

Und lässt inneren Widerstand

errichten.

 

November 2019

 

"In einer gesunden Gesellschaft sollte es nicht nur eine Art von Stimme geben"   -   Li Wenliang

 

....In meterhohen Buchstaben prangte dort das Wort FREIHEIT. Mit Bürsten und Sand versuchten Putzfrauen die Inschrift wegzuschmirgeln. "Da können sie lange schrubben, das ist Teerfarbe", flüsterte Sophie (Scholl) ihrer Schwester zu.

Snne

 

Flüchtiger Glücksrausch,

traumhaftes ahnen,

 

Befreiter Wesen

selige Wonne,

 

Nichts und auch

niemandes Untertanen,

 

Als eben nur der

regierenden Sonne.

 

November 2019

Das Spiel von heute

 

Der Wahnsinn, er bittet zur nächsten Runde,

Und es fühlt sich falsch an, Stunde um Stunde,

Kalt wie leer, Gesichter kommen und gehen,

Verstaubtes Denken, Uhrenzeiger stehen,

Viel reden, Echos können nichts Neues sagen,

Blutiger Himmel, wie in alten Tagen,

Traurig aber real, leider kein böser Scherz,

Zahlen und kalte Logik, aus Stein das Herz,

Ist so ermüdend, jeder jagt nach Beute,

Menschlein spielt, das Spiel von gestern und heute.

 

Oktober 2019

 

https://fridaysforfuture.de/

 

Fridays for Future

 

Die Jungen fordern,

Und das zu Recht,

Die Alten lottern,

Was Zukunft schwächt.

 

Ein apathischer Arsch,

Braucht einen Tritt,

Und ein Protestmarsch,

Ist erster Schritt.

 

September 2019

 

https://extinctionrebellion.de/

Die Anzeige

 

Fassungslos erfuhren wir von deinem stillen

Gehen,

Und brauchten etwas Zeit um dies wirklich zu

verstehen.

Unvergessen die Gespräche über das

Kunstgeschehen,

Die wir fortführen werden, wenn wir uns

wiedersehen.

 

September 2019

Geister die wir riefen

 

Dunkel, drohend, gar übergroß,

Thronen die Geister die wir riefen,

Nimmer werden wir sie los,

Vernunft und Demut lange schliefen.

 

Weder Einzelkampf noch Flucht,

Schützen uns vor feindlicher Sendung,

Wahnsinn trägt nun böse Frucht,

Späte Einsicht folgt auf Verschwendung.

 

September 2019

 

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/zdfzeit-klimawandel---die-fakten-mit-harald-lesch-100.html

Kommende Tage

 

Es gibt ein Prinzip der Waage.

Betrachtet man nun die Lage,

Durchdringt alles eine Frage:

Was bringen kommende Tage?

 

August 2019

Aus dem Norden

(Eine einfache, natürliche Reise in komplizierten, unnatürlichen Zeiten)

 

Blauer Himmel, Nadelduft,

Klares Wasser, warme Luft,

Fern die News, weit das Geschrei,

-Sorglos wandern, einfach frei,-

Die Liebsten nah, Boot nicht schwer,

Alles da, was will man mehr.

 

Juli 2019

Sternenreiter

(Drei chinesische Klassiker)

 

Ernst, verrückt, und heiter,

Sind erste Sprossen einer Leiter

Gen Himmel, und weiter,

Hört das Lachen der Sternenreiter.

 

Juni 2019

Hamburger Kunsthalle

 

Nah der Alster trotzig steht,

Ein großes, altes Haus,

Um dieses sich lärmend dreht,

Der Mensch, sich selbst voraus.

 

Wie die Muschel schützend birgt,

Tief innen ihren Schatz,

Bewahrt dieses Haus und wirkt,

Als Spiegel Sammelplatz.

 

Mai 2019

Geplatzte Dorfidylle

 

Die Mittagssonne scheint,

Auf den Dächern träumen Spatzen,

Das Hier und Jetzt vereint,

In den Straßen schlendern Katzen.

 

Vom Stall am Dorfes Rand,

Erklingt lustvoll lautes Schmatzen,

Es frisst ohne Anstand,

Ein Schwein sich voll bis zum platzen.

 

Bei Gott man glaubt es nicht,

Da schneidet die Sau doch Fratzen,

Augen zum Sonnenlicht,

Fällt um und wird wohl ewig ratzen.

 

April 2019

Für Nicole

 

Viele, sehr viele Damen,

Tragen diesen, deinen Namen,

Doch nur eine der vielen mir wichtig ist,

DU,

Weil du Gegenstück und Vervollständigung

meiner bist.

 

8. März 2019

 

Zu Böcklin´s Meisterwerken

(Auswahl)

 

Mehr als Bilder für die nackte Wand,

Schuf Herr Böcklin aus dem Alpenland.

Der Maler einen alten Schlüssel fand,

Mit dem er Wissen auf Leinwand band.

 

Heiter, gelassen, müßig schweifend,

Natur im Selbstgespräch, wie Herz ergreifend,

Sieh den FAUN, EINER AMSEL ZUPFEIFEND.

(1863,1865)

Testosteron Gerangel im Wolkendampf,

Ein ewig zäh geführter Dauerkrampf,

Bildhaft im KENTAURENKAMPF.

(1873,1878)

Mit Sehnsucht schweift sein Blick ins Weite,

Das Weib liegt lustvoll-allein an seiner Seite,

So vereint sind TRITON UND NEREIDE.

(1874,1875)

Weder laute Totenklage, noch leises Gewinsel,

Nur entrückte Stille, …... aus dunklem Pinsel,

Die Erfahrung malte DIE TOTENINSEL.

(1880, 1883, 1884, 1886)

Im Wäldchen, zwischen alten Bäumen ein Stein,

Da wird verehrt, gedacht, geopfert im Feuerschein,

Vieler Völker besonderer Ort, DER HEILIGE HAIN.

(1882, 1886)

Beim Wahnsinns Ritt ins Menschennest,

Erschreckt der Tod mit einem Leidensfest,

Seine Freuden heißen: DER KRIEG, DIE PEST.

(1896,1898)

 

Ein Freund von mir, Maler von seltener Begabung und intelligenter Mann, sagte mir neulich, dass er in Böcklin zu viel Wagnerismus vorfinde.

Damit ist das Missverständnis komplett. Ein Missverständnis, ihn als verfehlten Meister zu betrachten, weil er eine außergewöhnliche Fertigkeit besaß, allmählich entstanden und entwickelt auf dem Grund eines vertieften Studiums sowohl der Natur wie auch der alten Malerei – ein Studium, betrieben mit Methode und der Geduld des Philosophen, mit Liebe und dem Scharfblick des Dichters. Im Gegensatz zur gesamten modernen Malerei, die auf der Spontaneität beruht und Methode sowie handwerkliches Können vernachlässigt, ist die Malerei Böcklins das Ergebnis ständigen Ausfeilens.“

 

Giorgio de Chirico – aus „Arnold Böcklin“ (1920)

 

Februar 2019

 

Traumreise

 

Vom Tag ermüdet, suchte ich Ruh,

Legte mich nieder, die Augen fielen zu.

 

Und aus unfassbar, weiter Ferne,

Leuchteten tausend, abertausende Sterne.

Schwebend leicht folgte eine Reise,

Zu den dunklen Tiefen am Himmelskreise.

 

Staunend erwacht, fern von Zeit und Raum

Sprach der aller Dinge Weg, in meinem Traum.

 

Januar 2019

Irnie

 

Gespaltetes Atom und des Mondes Kruste,

Der Mensch, der vieles lernte, doch nichts wusste,

Formt Tier, Pflanzen, wie er`s vermag,

Gestaltet die Welt, Tag um Tag.

 

Und neben dem Gewinn- undFortschritts“-wahn,

Arbeitet die Natur am Abrissplan.

 

Dezember 2018

֍

 

Unendlich kreisen die Winde,

Verloren jedes haltlose Ding,

Im Zentrum sieht nur der Blinde,

Wunder Chaos am äußeren Ring.

 

November 2018

Herbstreise

 

Azur gerahmter Empfang am Rhein,

In einer jung gebliebenen Stadt,

Gebaut auf alten Römerstein.

 

Ein Ort der Großes zu zeigen hat,

Wie manch Kunstwerk im Farbenspiel,

Oder Meißel geformtes Blütenblatt.

 

Und wie im kreativen Stil,

Ging es auch auf Markt und Gassen drein,

Alles folgte dem Drang und Ziel.

 

Köln, Oktober 2018

Wenn Engel fallen

 

Schwer wird einem ums Herz,

Wenn Engel plötzlich haltlos fallen,

Tränen rinnen im Schmerz,

Sobald ihre Stimmen verhallen.

 

September 2018

August 2018

Mangel

 

Es hilft kein Gejammer noch ein alter Schrein,

Alles ist selbstverschuldete Pein,

Denn wer Mutter(Erde) respektlos mit Füßen tritt,

Bekommt von ihr harte Schläge mit.

 

Es folgen Schellen eine nach der andern,

Wird Vernunft ins Hirn zurück wandern?

Auf ernste Mahnungen wurde nicht gehört,

Diese Bindung ist länger gestört.

 

Juli 2018

Candide

 

Es ist die beste aller möglichen Welten“,

Dieses nun Magister Pangloss Weisheit lehrte,

Der herzensgute Candide ließ das gelten,

Bis erlebtes erste Zweifel stetig nährte,

Das Weltgeschehen begann ihn zu erhellen,

Allein müssen wir unsern Garten bestellen “.

 

Juli 2018

Das Gastmahl

 

Mein Tisch ist reich gedeckt,

Leider bleiben mir die Gäste aus,

Hat man sich nur versteckt,

Oder kommen sie bloß später zum Haus?

 

Kein Gesumm, kein Gebrumm,

Von den Besuchern nichts zu sehen,

Ängste schwirren herum,

Ist ihnen was ernstes geschehen?

 

Juli 2018

Gesang zwischen den Liedern

(A. R.)

 

Im Norden, über schönem flachen Land,

Tragen Wellen einen honigsüßen Klang,

Weich und sanft zwischen Liedern vom Band,

Ertönt selbstironisch der wahrhafte Gesang.

 

Juni 2018

Entfremdung

 

Sieht man doch zuweilen,

Hier und dort reißt ein Band,

Erdenkinder eilen,

Sie lösen Mutter´s Hand,

Der Neugeist will teilen,

Was als Einheit entstand.

 

Mai 2018

Beim Hesse schmökern

 

Da nahm ich ein klein Büchlein,

Gedankenlos in die Hand,

Und fand jäh das Wesen Mein,

In Versen geschrieben stand.

 

Wie mir schon oft geschehen,

So auch sein „Bekenntnis“ hier,

Des Dichters Zeilen stehen,

Wie mein Seelenbild vor mir.

 

April 2018

Tugenden und Ideen

 

Stets teilnahmslos wird die Welt zusehen,

wenn Egoisten zugrunde gehen,

da nur Werte in der Welt bestehen.

 

April 2018

Unvergesslich

 

Vom Norden her streifte sie unseren Raum,

Nun erfüllte sich dieser Tage ein Traum,

Es war unvergesslich, wir glaubten es kaum.

 

Aus dem ungehörten kreativen Drang,

Der doch viel einem gesellschaftlichen Zwang

Und dem sozialen Geschlechterfluß entsprang,

Entstand eine Kraft, Gefühl, ein schräger Klang,

Der ihren unverwechselbaren Gesang

Meisterhaft trug und in dem Protest mitschwang.

 

Hamburg, März 2018

Das Stück Papier

 

Auf dem Bürgersteig, direkt vor mir,

Lag ein beschriebenes Stück Papier.

Ich hob es auf und las mit Neugier,

Es stand geschrieben, folgendes hier.:

 

 

Revolution

 

Wahrheit verdreht,

Gegenwind weht.

Vertrauen missbraucht,

Der Glaube verraucht.

Kaltherzig bereichert,

Den Gewinn gespeichert.

Geopfert den kleinen Mann,

Schachfiguren stehen stramm.

Fehlverhalten ist Munition,

Es lebe die Revolution.

Es lebe eine bessere Zeit,

In Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

 

Nach diesen Worten hatte ich Fragen,

Wer schrieb das, wollte mehr als nur klagen?

Wer auf der Welt, in unseren Tagen,

Wollte ändern und nicht mehr ertragen?

 

März  2018

"Nichts begünstigt so sehr den Hang zu Träumereien wie das Dogma, und nichts arbeitet der Zukunft wirksamer vor als die Träumerei. Heute Utopie, morgen leibhaftige Wirklichkeit."

Victor Hugo – aus "Die Elenden" (Les Miserables) - (1862)

WER

 

Wer erkennt das Wunderbare,

Die innen-außen-gleiche Kunde?

Wer vernimmt das All, das klare,

In seinem Ich zu jeder Stunde?

 

Wer bringt im Leben zeitig früh,

Die Verschmelzung der Pole fertig?

Wer lebt die schwerelose Müh,

Die verborgen allgegenwärtig?

 

Doch wer nur vermag verstehen,

Was diese Zeilen sagen, sehen?

 

Februar 2018

Selbstermahnung

 

Ja, eines Besseren wohl wissend,

Falle ich in alte Muster zurück,

Der Einsicht Konstante vermissend,

Gibt mir viel zu tun, aber Stück für Stück.

 

Januar 2018

Der Klimawandel

 

Ignoranten ist er egal,

(Hauptsache man hat seinen Spaß)

Doch Vielen spürbar längst real,

(Wasser nimmt sich das Land zum Fraß)

Für die Nächsten wird’s arg brutal.

(Sonne foltert wie durch Brennglas)

Ist Nestverschmutzung nicht fatal?

(Weltweites Plastik-Meer wie Gras)

Gibt es denn eine Erden-Wahl?

(Oder hoffen wir auf den Mars?)

 

 

Jedes Mal,

wenn eine große Kraft sich entfaltet,

erbarmungslos wütet, neu gestaltet,

wird der Mensch nachdenklich und verwaltet.

 

Januar 2018

Abgehängt und vergessen

(Ostdeutscher Hinterland-Blues)

 

Die Straßen leer, es weht ein eisig, kalter Wind,

Dieser Wind, der große Hoffnungen mit sich nimmt.

Hoffnungen, die gefallene Mauern einst brachten,

Mauern, hinter denen Menschen an Zukunft dachten.

Zukunft, mit Familie, Wohlstand, und inneren Frieden,

Diesen Frieden, den doch alle nur wünschen und lieben.

 

Januar 2018

Sakraler Bau

 

Staubkorn groß, ist mein sakraler Bau,

Baumeister weder Mann, noch eine Frau.

Innen brennt Feuer, außen liegt Tau,

Moosgrün der Boden, die Decke ist blau.

 

Lichtdurchflutet, Fenster keine zwei,

Lebende Säulen, aus Kronen Geschrei.

Gäste staunen, kommen kurz vorbei,

Wandelgang ohne Wände, Alles Frei.

 

Dezember 2017

WENIGER IST MEHR

 

Die Ordnung beginnt sich zu verdrehen,

Wenn der Leihe eingreift ins Geschehen.

Das Chaos wächst mit dem Nichtverstehen,

Bleibt zu hoffen es wird gut ausgehen.

 

Dezember 2017

Wunderlichkeiten 1/12

 

Alljährlich um diese Zeiten,

Gedenkt man alter Heiligkeiten,

Ist berauscht am frommen Glauben,

Schwelgt in Nächstenliebe und Kinderaugen.

Und erlischt nach Tagen der Kerzenglanz,

Ist alles beim Alten, siegt der Ego, die Distanz.

 

Dezember 2017

"So lange unsere Kultur dem Wesen nach eine Kultur des Eigentums, der Umzäunungen und der Exklusivität ist, so lange wird eine Enttäuschung nach der anderen ihrer spotten. Unser Reichtum wird uns den Ekel nicht nehmen, in unserem Gelächter wird Bitterkeit sein, und unsere Weine werden uns im Munde brennen. Nur das Gute bringt wirklich Nutzen, das wir bei offenen Türen genießen können, und das allen Menschen dient."

Ralph Waldo Emerson – aus "Repräsentanten der Menschheit" - (1850)

Vorfreude

 

Zurück vom Mond, endlich nah,

Steht sie vor uns im Märzen,

Das wird gewaltig, und wahr,

Es freuen sich zwei Herzen.

 

November 2017

Der alte Spielplatz

 

Mein Bruderherz, weißt du noch wie es damals war,

In der Kindheit, die so bunt und stets voller Träume,

Wie der Ball, der treue Freund übers ganze Jahr,

Unsere Herzen einte, im Schatten der Bäume.

 

Wo im Sand oft Burgen, auch Forts neu entstanden,

Unbeschwertes Klettern, Schaukeln, uns doch alles war,

Bei den Abenteuern, die immer stattfanden,

Lachten und weinten wir, zusammen als Brüderpaar.

 

Aber seit heute drohen hier, am Kindheitsort,

In den reiferen Tagen, dunkle Wolkentürme,

Alles verändert sich, nach deinem letzten Wort,

Und nun beginnt es zu regnen, es folgen Stürme.

 

November 2017

Herbsttage

 

Wo im Sommer die schönste Blüte war,

Folgt dieser Tage der glatte Schnitt,

An gestutzten Blumen und Gräserhaar,

Schwingt nun spürbar sanft die Wehmut mit.

 

Zu schnell vergangen ist das Gartenjahr,

Es wird kalt und dunkel, Schritt um Schritt,

Doch das kommende Frühjahr zeigt uns klar,

Neues sprießt, wo Altes zurücktritt.

 

Oktober 2017

Zeit-Geist

 

Immer hart ticktack, ticktack,

Treibt der Zeiger uns voran,

Auf Straßen zickzack, zickzack,

Folgt der Wahnsinn täglich dann,

Im Alltag Hickhack, Hickhack,

Steht ein jeder seinen Mann,

Verliert im Flickflack, Flickflack,

Sein wahres selbst, irgendwann,

Meistens für Schnickschnack, Schnickschnack,

Bist du auch am Neusten dran?

 

Oktober 2017

Gestern Abend

 

Verkroch mich ins Schneckenhaus,

Ließ Welttheater, Theater sein,

Hörte und sah nicht mehr raus,

Wollte nur noch Ruh, ich war allein.

 

Tat Musik und Kerzen an,

Verdunkelte den restlichen Raum,

Wein, der durch die Kehle rann,

Verstärkte Lieder, ich war im Traum.

 

In Fängen der Melodien,

Und der Töne süßen, schweren Klang,

Hielt mich Frau Melancholien,

In den Armen, schöne Stunden lang.

 

September 2017

Drohnen

(ein Gespräch im Jahre 2030)

 

Opa?“ - „Ja mein süßes Enkelkind?“

Was fliegt dort oben so geschwind?“

Da, mein Engel, siehst du Vögel ziehen,

die jetzt vor der kommenden Kälte fliehen.“

Vögel? Und wer steuert diese denn? Schnell Opi sprich.“

Nun, niemand, es sind freie Wesen, halt wie du und ich.

Einst hat man am Himmel viele schöne Geschöpfe gesehen,

aber jetzt...nun ja...du lernst mit Drohnen umzugehen.

Früher kackte dir mal eine Taube oder Möwe auf den Kopf,

was aber heute fliegt und fällt...nun... das geschieht durch

Hebel und einen Knopf.“

 

August 2017

Paranoider Vogel

 

Aus einem schönen, alten Land,

Ist eine kleine Geschichte mir bekannt.

Im fernen Ankara wird sie oft erzählt,

Eine von vielen und nur per Zufall auserwählt.

 

Einst am Himmel erhaben über allem schwebend,

Vernahm ein Adler Feinde unter sich bewegend.

Und schnell mit breiter Brust und Gottes Segen,

Jagten Krallen endlos Schatten stur entgegen.

Tagein, Tagaus mussten Geister sich nun hüten,

Vor des Vogels wirren Blick und sinnlos wüten.

Wer nun sah dies lächerlich-traurig, bizarre Tun,

Erkannte im Adlerhirn ein krankes Suppenhuhn.

 

Juli 2017

"Die Tyrannei ist eine Angewohnheit; sie ist der Entwicklung fähig, sie entwickelt sich schließlich bis zur Krankheit."      Fjodor M. Dostojewski - aus "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus" (1861)

Das Friseurgespräch

 

Oh, Guten Tag treue Freundin Immerflott,

dahin die Woche, im Schweinsgalopp.

Wieder waschen, schneiden, föhnen,

oder wollen wir gleich neu tönen?

Wie wären blonde Strähnchen hell?

Natürlich wie immer gut und schnell.

Zudem eindrehen und perfektes legen,

Stimmt´s, wer schön sein will muss pflegen!“

 

Fürwahr Frau Meisterin Andeute,

nicht nur Kleider machen Leute.

Auch eine frische, schöne Haarespracht,

hat unbestreitbar ihren Reiz, ihre Macht.

Man fühlt sich wohl und wird bestaunt,

zurecht gelobt und ist gut gelaunt“

 

Nun ja, wie immer liebe Frau Fabel,

kommt kluges aus ihrem Schnabel.

Aber was nützt doch der ganze Putz,

wenn´s innen stinkt wie fauler Schmutz!“

 

Juli 2017

Versinken

 

Endlos,

Scheinbar endlos,

Rauscht des Himmels langes Haar.

Ermüdet vom Regen,

Verschwimmen Grenzen,

Grenzen, zwischen wach und Traume klar.

 

Langsam,

Sehr langsam,

Breitet sich eine dunkle Weite aus.

Gleitend ins Tiefe,

Verstummen Töne,

Töne, in einem leeren Gedankenhaus.

 

Leicht,

Ganz leicht,

Sinkt das Ich ins Bodenlose dahin.

Umgarnt von Bildern,

Verborgenen Welten,

Welten, mit einem rätselhaften Sinn.

 

Juli 2017

Zerbrechlich

 

Durch den eisigen, finsteren Raum,

Kreist eine kleine, blaue Perle,

Ein Wunderwerk,

Der Vielfalt zerbrechlicher Traum,

Kennst du das Vermächtnis von Pech Merle?

 

Juni 2017

Jagdzeit

 

Flammen-Winde und Trichter-Stürme,

Umkreisen ein großes, weißes Haus,

Vor der Türe, drohend Wasser-Türme,

Die Elemente jagen ihn, ich seh´s voraus.

 

01. Juni 2017

Fieberstrahl

 

Habe nicht gesucht, dennoch gefunden,

Dich stets Verborgene, die singend spricht.

 

Von mystischen Kräften, die alles umrunden,

Aus Seelentiefendunkel, erstrahlt dein Licht.

Fremd Nordisch-sphärisch, erklingt für Stunden,

Dein Stimmenspiel, was durch den Nebel bricht.

Spürbar ein drohend Dunkel, dem alles verbunden,

Bittersüßer Ernst, der aus der Tiefe sticht.

 

Durch dich den Zauber, wieder jung empfunden,

Den magischen Geist, des Fühlenden andere Sicht.

 

Mai 2017

Dichterischer Gedanken-Gang

 

Im alten China,

Gab es einen Brauch,

Der hatte Stil,

Ich versuche es auch.

Gedanken kleiden,

In ein gereimtes Gewand,

Wie man am Kalten Berg,

Auf Fels und Bäumen fand.

Selbst auf nackter Hauswand,

Standen Zeichen, manche Worte,

Ein weiser Verrückter,

Beschrieb merk-würdige Orte.

Dienen werden mir allein,

Die modernen Seiten,

Gleichwohl wissend,

Nichts wird ewig bleiben.

Und hinter den Gedanken,

Dem geschriebenen Reim,

Verbirgt sich ein Weg, ein einsamer,

Mit einem besonderen Keim.

 

April 2017

 

Transformation

 

Geerdet, tief und fest,

Wurzelt der einsame Baum,

Strebend, hoch und frei,

Kront er im weitem Raum.

 

Schwingend, leicht und sanft,

Tanzt der König mit dem Wind,

Sehend, fern und klar,

Vertraut er dem Kommenden blind.

 

Gelassen, still und heiter,

Ergibt er sich dem Spiel der Kreise,

Wandelnd, stetig und spontan,

Verzaubert ihn die endlose Reise.

 

April 2017

Das Gewissen

(eines imaginären Oberhauptes irgendwo auf dieser Welt)

 

… und aus der Tiefe seiner Seele,

Empfand der Häuptling ein Versagen,

Ein Unbehagen schnürte eng die Kehle,

Etwas Inneres stellte bedrückende Fragen.

 

„Habe ich hier nicht eine Chance verspielt,

Mein Volk zur Blüte zu erheben?

Ist ein Leben, das nur aufs eigene Wohl abzielt,

Nicht ärmlich und Schande es so abzuleben?“

 

April 2017

Gekauftes Glück

 

Klein Lisbeth fühlte sich gestern unendlich gut,

Kaufte sie sich doch wieder ein neues Ding,

Sie liebt den Reiz, es fiebert ihr Blut,

An Neuem doch immer so viel Hoffnung hing.

 

Geblendet und stolz, oh schaut mal her,

Erhobenen Kopfes ging es durch die Gassen,

Der Gang so leicht, nichts wünschte sie mehr,

Das gekaufte Glück möge doch nie verblassen.

 

Nun, das Hochgefühl hielt wohl ein Weilchen an,

Aber heute konnte Lisbeth es schon spüren,

Der Glanz der blättert, die Frage ist nur wann,

Wird sie ein neues Glück kaufen und berühren.

 

Februar 2017

Gegen Auflösung

 

Da trampelt auf TV ein neuer Irrer,

Mit´ner alten Mauer im Scheitel-Kopf,

Von mal zu mal wird’s immer wirrer,

Er sitzt grinsend am bösem Knopf.

 

Wird die Dummheit niemals enden?

Kannst Jahrhunderte dreh´n und wenden,

Ein Narr wollte immer Hass aussenden.

 

Es kläfft weiter der goldene Spalter,

Die Ersten fallen schon drauf rein,

Und am fernen Fluss sitzt ein Zwerg, ein kalter,

Reibt die Hände, möchte ein Engel sein.

 

Die Dummheit wird niemals enden,

Magst Jahrhunderte dreh´n und wenden,

Der nächste Narr wartet und will blenden.

 

Große Probleme hat unsere EINE Welt,

Es hilft kein altes Denken, Mein-Dein-Streben,

Wenn eine gespaltene Zunge lauthals bellt,

Sollte es EINE Antwort von den Vielen geben.

 

Januar 2017

Heilige Bücher

 

So manches große, erhabene Buch,

Hat für den Menschen einen besonderen Wert,

Nur durch Missbrauch wird aus Segen Fluch,

Und Gutes leider ins Gegenteil verkehrt.

 

Dezember 2016

Ein Traum

 

Letzte Nacht, in einem Traum,

Sah ich einen greisen Mann,

Der beschattet saß, am alten Baum,

Sein ruhiges Wesen zog mich an.

 

Ein sanftes Lächeln, weißes Haupt,

Verstand wortlos viel zu sagen,

Es sprach die Weisheit, seine Braut,

Aus dem Lächeln ohne Fragen.

 

Am folgend Morgen, es wurde hell,

Besann mich des Mannes unterm Baum,

Wünschte mir, auf der Straße schnell,

Einen Alten treffen wie im Traum.

 

Sah Gesichter, sehr, sehr viele,

Doch jene Weisheit fand ich nicht,

Suche weiter, bis ich am Ziele,

Nach Menschen,

Mit diesem Lächeln im Gesicht.

 

Dezember 2016

 

Unantastbar in dir und jedem Ding,

Gut verborgen im vergänglichem Ring,

Liegt weit und offen im stillen Chor,

Der wahre Frieden, das geheime Tor.

 

Dezember 2016

Das Fiebern der Erde

 

Zu viel bauen, handeln, konsumieren,

Sorglose Profit und Ich-Gedanken,

Werden wir die Folgen ignorieren,

Wird die Erde stetig weiter kranken.

 

Wer vermag es noch nicht fühlen,

Die alte Ordnung beginnt zu wanken,

Der Erde Atem begehrt aufzuwühlen,

Und Künftige werden es nicht danken.

 

Wird die Erde stetig weiter kranken,

Werden Künftige uns nicht danken.

 

November 2016

Narrenzeit

 

Das Lachen,

des Narren,

wird Wachen,

Sorgen machen.

 

November 2016

Also sprach die Libelle:

 

Schön,

das wir in der Ferne nach Neuem suchen,

benennen und vermessen.

 

Nur,

darf man das sehr Nahe nicht ignorieren,

verdrängen und vergessen.

 

Oktober 2016

Erlenbaum

 

Wer baumelt da im Baum und Wind?

Es ist ein Diktator, des Teufels Kind;

Er nahm sein Volk zu arg auf den Arm,

Sein Herz war kalt, nun ist´s höllenwarm.

 

September 2016

Zeilen eines kleinen Jungen aus Aleppo

 

Täglich die Hölle auf Erden,

Und das von „Erwachsenen“ gemacht,

Mein schöner Spielplatz in Trümmern,

Letzte Nacht wieder an Schwester gedacht.

 

Von der ständigen Angst so müde,

Und abermals nass aufgewacht,

Ich kann und will nicht mehr so leben,

Wo ist der Frieden, wann wird wieder gelacht?

 

September 2016

Melancholie

 

Ernster Stunden dunkler Hauch,

Treuer Gast, Melancholie,

Grüße, wie Gottfried Keller auch,

Dich im Reiche meiner Phantasie.

 

September 2016

Selbstlosigkeit

 

Menschen die mit reinem Herzen,

Selbstlos helfen und betreuen,

Werden Spott und Häme leicht verschmerzen,

Denn wie kann man Gutes tun bereuen?

 

Des Menschen wahre Größe,

Zeigt sich nun mal wie eh und je,

In dessen Taten nicht durch Denkanstöße,

Eigennutz und gar Selbstwehweh.

 

September 2016

Wie ist das möglich?

 

Es soll ja wirklich wunderliche Leute geben,

denn sie sehen Nachts Gespenster schweben.

Auch ich habe jetzt dergleichen nah gesehen,

nur waren sie schwarz und ist am Tag geschehen.

Und nun bin ich aber doch etwas verwirrt,

wie ist das möglich,

und hat sich da jemand in der Zeit geirrt?

 

August 2016

Am Lagerfeuer

 

Umhüllt von tiefster schwarz kalter Nacht,

Versunken ins glüh tanzend Flammenspiel,

Gedenkend alter Völker gleicher später Wacht,

Und deren Wissen ums warme Lichte Ziel.

 

August 2016

Was wohl fehlt

 

Da leider dem armen Mensch, o weh

ein natürlicher Feind sich ganz verwehrt,

erschafft er sich ganz schlau und schnell, olé

was wohl fehlt

und selbst die kleinste Maus entbehrt.

 

Juli 2016

Irrlicht

(Die Gier bedroht das Wir)

 

Es ist immer wieder traurig mit anzusehen,

wie Profitsucht das Herz und Hirn vernebeln kann,

wie aus Menschen, hohle Körper bizarr entstehen,

und wie unsere Welt viel ertragen, ja leiden muss sodann.

 

April 2016

Die Schlangengrube

 

Zuweilen kommt es mir doch so vor,

als lebte ich in einer Grube voller Schlangen.

 

Dann schaue ich suchend gen Himmel empor,

und versuche auf des Phönix Rücken zu gelangen.

 

März 2016

Was denkst du, wenn des Nachts ...

 

deine Blicke durchs endlos weite Weltall schweifen

und durchs kalte Dunkel nicht zählbare Sterne streifen.

Begriffe wie Raum und Zeit zögernd ins Bewusstsein greifen

und dann ewig alte Fragen auch in dir wieder reifen.

 

März 2016

Wertvoller Nachlass

 

In einem unbeachtet Uralt-Buch,

fand ich viele rätselhafte Zeilen,

vernahm lockend frischen Weisheits-Ruf,

und blieb lange an dessen Worte verweilen.

 

Ein urgrundtiefes Weltverstehen,

durchströmte geistig Raum aus jedem Satz,

Alter Meister beleuchtete Werden und Vergehen,

und hinterließ einen wahren Menschheits-Schatz.

 

März 2016

Vom schönen Schein

 

Die Elster ist ein lustiger Vogel gar,

erliegt sie doch dem äußeren Glanze,

wenn es blinkt und scheint, oh wie wunderbar,

bebt das Herz und wird blind fürs Ganze.

Selbst der hohlste Stein wird arg bewacht,

so lang er funkelt, in des Sonnes Pracht.

 

Elsternnest, Januar 2016

Ein Monolog

 

Sie töten Menschen, tun ihnen weh,

Sind ihren  Glaubensbrüdern wenig gleich,

Waffen ihre Macht, lieben TNT,

Gott sag...  kommen sie ins Himmelreich?

 

Wer Böses tut und ehrt,

Hat sich selbst gerichtet,

Wie Vergangenes zeigt und lehrt,

Hat sich mancher selbst vernichtet.

 

November 2015

Des Fährmanns Rat

 

Zeigt dein Spiegel Bilder, viel zu viele,

Machen die Räuber, Würmer, dein Leben schwer,

Sucht dein Leid jetzt neue, fremde Ziele,

Dann wird´s Zeit ...geh zurück ...werde leer!

 

Oktober 2015

 

( Willste diese Zeilen nun verstehen,

musste in Asien auf suche gehen. )

Wieder und wieder

 

Wieder fliegt reichlich das tödliche Metall,

Wieder folgen Angst, Leid und ewige Vergeltung,

Wieder weicht Ordnung und Vernunft dem Verfall,

Schon wieder hören wir eine entsetzliche Meldung.

 

Und wieder fragt mich dann das Kind,

WARUM?

...und was das wohl für Menschen sind?

 

August  2014

ALLES NATÜRLICH

 

ALLES ... ist stets im Wandel,

NATÜRLICH ... auch Du und ich,

nur des Todes ewig kalter Mantel,

bringt uns Ruh ... wie wunderlich.

 

Mai 2014

Also sprach der Schmetterling:

 

Wenn du spielst den großen Krieger,

und dich fühlst als mächtiger Tiger,

dann denk daran:

Auf Gewalt folgt immer Neue wieder,

und in diesem Kreis ist niemand Sieger.

 

Mai 2014

Magst du das auch?

 

Magst du das auch...

wenn der Wind sanft die Gräser wiegt,

und der Sommer über die Kälte siegt,

wenn die Vögel dir ein Liedchen senden,

und die warmen Tage niemals enden,

wenn die Wellen am Strande leise rauschen,

und die Sonne am Abend ihre Farbe wird tauschen,

wenn die Wolken leise am Himmel zieh`n,

und die Kinder vor rufenden Müttern flieh`n,

wenn die Blumen ihren Duft versprühen,

und ihre bunten Farben in der Sonne glühen,

wenn der laue Sommerregen fällt und kühlt,

und er den Staub von den Blättern spühlt,

wenn der Wein im Blut zu rauschen beginnt,

und gurgelnd das Bächlein im Feld verrinnt,

wenn am Himmel einsam ein Vogel seine Runden dreht,

und auf Erden nach etwas Essbaren spät,

wenn die Frauen in bunten Kleidern tanzend spazieren,

und die Männer nach ihren Blicken sehnsuchtsvoll gieren,

wenn die Kinder eisverschmiert lachen,

und die Menschen vergessen, ihre tausend "wichtigen" Sachen,

wenn das Leben leicht ist, wie in Asiens alten Brauch,

und so frag ich dich nochmals, magst du das auch?

 

August 2013

Du leuchtend schöner Stern,

Greifbar nah, äonenweit fern,

Der Schöpfung unzähliger Versuch,

Danke, für deinen Besuch.

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